
Die Verdauungsreise beginnt im Mund, wo die Nahrung durch das Kauen mit den Speichelsäften versetzt wird. Danach gelangen die Speisen in den Magen und in den oberen Dünndarm. Hier werden sie weiter zerkleinert, mit Verdauungssäften aus dem Dünndarm, der Bauchspeicheldrüse und mit Gallensaft vermischt. Die wichtigen Nährstoffe aus dem Essen werden dem Organismus zugeführt. Alle restlichen, nicht verdauten Nahrungsbestandteile wandern anschließend über den unteren Dünndarmabschnitt in den Dickdarm (Colon). Täglich gelangen ca. 2-3 Liter Dünndarminhalt in den Dickdarm. Beim gesunden Erwachsenen beträgt die durchschnittliche Verweildauer im Dickdarm ca. 24-48 Stunden. In dieser Zeit werden Wasser und Salze entzogen und an den Organismus abgegeben. Der Darminhalt wird zunehmend eingedickt und es entsteht Stuhl. Durch die Darmbewegung (Peristaltik) wird der Stuhl in den letzten Abschnitt des Dickdarms, den Enddarm oder Mastdarm befördert und der Stuhldrang wird ausgelöst.
Sehen Sie sich unseren animierten Verdauungsprozess an. Erfahren Sie hier, welchen Weg die Speisen nehmen und welche Aufgaben die einzelnen Organe im Verdauungsprozess haben.
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Die meisten Menschen haben ihre eigene Vorstellung von der Verdauung und wie oft man Stuhlgang haben sollte. Häufig wird angenommen, zumindest einmal pro Tag muss man Stuhlgang haben. Dies ist allerdings nur ein Richtwert. Als “normal” gilt eine Darmentleerung von dreimal täglich bis alle drei Tage einmal. Dies hängt sehr von der allgemeinen Lebensweise und besonders auch von der Zusammensetzung der Speisen und Getränke ab.
Wann spricht man von einer Obstipation (Verstopfung)?
Die Verstopfung ist ein Symptom mit vielfältigen Ursachen. In der Medizin wird die Obstipation definiert durch eine verminderte oder erschwerte Stuhlausscheidung mit drei oder weniger Entleerungen pro Woche mit hartem Stuhl und/oder einer vermehrten subjektiven Anstrengung beim Stuhlgang. Wenn man aber an einen regelmäßigen Stuhlgang gewöhnt ist oder war, kommt es schon viel früher zu dem Gefühl des “verstopft seins”. Entscheidend ist daher auch das persönliche Wohlempfinden.
10 bis 20% der Bevölkerung in unseren Breiten geben an, an Verstopfung zu leiden. Frauen klagen etwa dreimal häufiger über eine verminderte Stuhlentleerung als Männer. Wenn man sich über einen längeren Zeitraum beim Stuhlgang sehr anstrengen muss, Schmerzen dabei empfindet oder danach immer noch ein unangenehmes Völlegefühl hat, sollte man den Arzt aufsuchen. Er kann mit Hilfe von entsprechenden Untersuchungen feststellen, wo die Ursache der Verstopfung liegt und welche Behandlung erforderlich ist. Nur bei ca. 10-20% aller Fälle liegt eine Erkrankung des Darms, Störungen im Hormonhaushalt, des Nervensystems oder eine Stoffwechselstörung vor. Bei den meisten Menschen ist nur die Funktion des Darmes gestört. Man spricht deshalb von einer sogenannten “funktionell bedingten Verstopfung”. Diese kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden.